Literatur am Vormittag

 

„Schriftsteller sind nicht besser als andere Leute, aber Literatur ist besser als Schriftsteller.“ Susan Sontag

Der Beginn einer neuen Woche eignet sich vorzüglich für eine Stunde der Besinnung: etwa auch darüber, ob Susan Sonntag’s Einschätzung von uns geteilt werden könnte.

Sie dürfen gern mitmachen! Natürlich auch bei der Auswahl unserer Lektüre.

 


Wir haben uns neu aufgestellt. Ab dem 25. Februar 2019 tritt die Literatur in der FaBi in einem neuen Format auf:

Die Montags- und die Mittwochs-Kurse werden thematisch parallel geführt, d.h. Sie können in Zukunft switchen zwischen Montag 9.30 und Mittwoch 10.30 Uhr. Die Mittwoch-Abendkurse entfallen.

 

09:30 – 11:00 Uhr                                10:30 – 12:00 Uhr

Mo. 14. 01. – 18. 02.    6x                    Mi. 16. 01. – 20. 02.  6x

Mo. 25. 02. – 01. 04.    6x                    Mi. 27. 02. – 03. 04.  6x

Mo. 06. 05. – 27. 05.    4x                    Mi. 08. 05. – 29. 05.  4x

Mo. 03. 06. – 24. 06.    3x                    Mi. 05. 06. – 26. 06.  3x

Mo. 19. 08. – 23. 09.    6x                    Mi. 21. 08. – 25. 09.  6x

Mo. 21. 10. – 25. 11.    6x                    Mi. 23. 10. – 27. 11.  6x


Mo. 25. 02. - 01. 04.    6x                    Mi. 27. 02. - 03. 04.    6x  :

Wir beginnen im Fontane-Jubiläumsjahr mit „Stine“ (div. Ausg. ab 3,80 €) : ein Frauenschicksal aus der Invalidenstraße in Berlin um 1877. Fontanes subtile Kunst zeigt auch hier, wie gesellschaftliches Reglement die Charaktere bis ins Innerste prägt, wie schwer es diesen fällt, mit ihrem Denken und Fühlen das vorgefertigte Korsett abzuwerfen.

Wer mag und kann liest zusätzlich Günter de Bruyn „Buridans Esel“ (Fischer-Tb. 8,95 €) : ein wunderbar (selbst)ironischer Roman aus dem Berlin der 60er Jahre, der gleichermaßen, trotz ähnlich starker Frauenpersönlichkeiten, demonstriert, dass eine gesellschaftliche Ordnung individuellen Lebensentscheidungen im Wege steht.

Die Spiegelung derselben Berliner Szenerie – verrückt um 90 Jahre – ist, literarisch gesehen, ein durchaus lustvolles Unternehmen, und für die Wahrnehmung unserer sozialen Strukturen nicht unergiebig.


In diesem Jahr stelle ich eine Liste von möglichen Seminarthemen vor. Die Interessenten/innen mögen im gemeinsamen Gespräch ihre Auswahl treffen.


Das erste Seminar im Neuen Jahr steht bereits fest: 16. Januar bis 20. Februar:

·     Ein Muss fürs Jahr 2019: Terézia Mora stellt sich als neue Büchner-Preisträgerin vor. Mit 11 neuen Erzählungen in dem Band „Die Liebe unter Aliens“  2016


·     Mariana Leky „Was man von hier aus sehen kann“ Roman, 2017

 

Eine skurril-vergnügliche Dorfgeschichte, vergleichbar mit Sasa Stanisic, in der eine hemmungslose Phantasie alle Alltagsthemen wie Liebe, Mut Verzweiflung, wie Leben und Tod mit köstlichen Bildern umgarnt.


 

 

·     Robert Seethaler „Das Feld“ Roman 2018

Ein Stimmenkonzert aus einer Provinzstadtbevölkerung: 29 Gestorbene berichten
aus der Perspektive jenseits des Lebens von ihrem individuellen Schicksal –
inhaltlich wie formal eine einzigartige Komposition.

 

 

·     Fritz Rudolf Fries „Hesekiels Maschine oder Gesang der Engel am Magnetberg“ Roman, 2004

In einem Hexentanz der Allegorien transformiert der Autor das Ende der DDR 

listig in die Szenerie der „Göttlichen Komödie“. Hier findet sich politischer 
Scharfsinn in fein versponnenen Kunstwelten wieder.

 

 

·     Eine Frage der Treue: das Werk von Thomas Hürlimann „Heimkehr“  
Roman, Herbst 2018:
Wir sollten diesem Autor die Treue halten nach so überzeugenden literarischen Kostproben, die wir in den letzten Jahren genossen haben.

 

Ein Blick auf die norddeutschen Theater-Spielpläne mag uns dazu animieren, unsere beliebten Theater-Exkursionen wieder fortzusetzen:

 

·     Im Deutschen Theater Berlin wird eine dramatisierte Fassung des Bildungsromans von Judith Schalansky „Der Hals der Giraffe“ , 2011, gegeben; Première April 2019

 

·     In Koproduktion mit den Salzburger Festspielen und dem Burgtheater Wien wird man im Sommer 2019 im Deutschen Theater Berlin David Grossman’s „Kommt ein Pferd in die Bar“ auf die Bühne stellen. Es handelt sich dabei um den raffiniert konstruierten Roman (2016) von einem der wichtigsten israelischen Autoren der Gegenwartsliteratur: ein satirisches Setting täuscht über die beklemmenden Selbstzweifel hinweg.

 

 

·     Last not least trumpft das Schauspielhannover mit einer wuchtigen Schlusspointe der Intendanz Walburg auf: „Räuber – Ratten – Schlacht“ Eine deutsche Tragödie: Schiller, Hauptmann, Heiner Müller. 21. März 2019

Die Inszenierung könnte ein reizvoller Anlass sein, sich mit dieser ungewöhnlichen 3er-Kombination auseinanderzusetzen.

 

 

Die Auswahl der oben aufgeführten Themen und ihre Zuordnung zu den jeweiligen Terminen erfragen Sie bitte bei mir oder unter der u.a. Telefonnummer der Kath. Familienbildung.

Ich freue mich auf unseren gemeinsamen Neuanfang! 


Kath. Familienbildungsstätte : 0511 164 05 - 70