Sommersemester 2019

 

 

Bin das ich, oder ist das sie ?

Bruder & Schwester in der Literatur oder „Les crimes de l’amour“ (Marquis de Sade)

 

Die Verstrickungen des Ichs: Wenn das Begehren dem Bruder, der Schwester gilt, wenn die Liebe sich im Du spiegelt und sich verzückt in der eigenen Blutsverwandtschaft wieder entdeckt. Das Tabu scheint die Intensität des Erlebens ins Ungeheure zu steigern: der Vorstellung vom Elysium folgt fast immer der selbst gewählte Tod. Außer natürlich bei Goethe, der den Ausweg der Entsagung gerne mit sich führt...

Die Weltliteratur prunkt geradezu mit illustren Beispielen zu diesem Thema: Vom Nibelungenlied über „Wilhelm Meister“, „Die Elixiere des Teufels“ bis zum „Mann ohne Eigenschaften“. Einige delikate Kostproben aus den letzten zwei Jahrhunderten mögen uns für die verbotene Obsession sensibilisieren:

- in der Reihenfolge unserer Bearbeitung -

 

·     Dorothy Baker „Zwei Schwestern“ Roman 1962 / dt. 2015 (dtv Tb)

·     J.W. v. Goethe „Geschwister“, Schauspiel in einem Akt 1776 *

·     Ludwig Tieck „Der blonde Eckbert“ Erz. 1797 (Reclam)

·     Georg Trakl, Gedichte 1913/1914 *

·     Thomas Mann „Wälsungenblut“, Novelle 1921 (div. Ausg.)

·     Jean Cocteau „Kinder der Nacht“, Drama 1929 (Klett-Cotta Tb)

·     Robert Musil “Isis und Osiris“, Gedicht 1923 *

·     Ingeborg Bachmann „Das Spiel ist aus“, Gedicht 1954 *

·     Thomas Bernhard „An der Baumgrenze“, Erz. 1967*

* sind in einem kostenlosen Reader enthalten: in der Geschäftsstelle der ZEW